Hofheimer Personen
Gustav Adolf Stein
Apotheker
* 14. April 1857 in Duisburg
+ 24. Mai 1944 in Hofheim am Taunus
Gustav Adolf Stein wurde als Sohn des Kaufmanns Siegfried Stein und seiner Ehefrau Adelheid geb. Blank in Duisburg geboren.
Familie
Stein war dreimal verheiratet. In 1. Ehe heiratete er Friederike geb. Schmitz (1867-1890), sie war die Tochter des Gutsbesitzers Friedrich Wilhelm Schmitz und Henriette geb. Schulze-Volmede aus Heil bei Lünen in Westfalen. Dieser Ehe entstammt der Sohn Siegfried Heinrich Werner, der nur sechs Wochen alt wurde, und die Tochter Hedwig Gertrude Adelhaide, die später den Pfarrer Theodor Karl Eduard Ludwig Deitenbeck heiratete.
Die 2. Ehe schloss Stein mit Bertha Ewaldine vom Hove (1867-1930). Sie war die Tochter von Friedrich Otto vom Hove und Henriette geb. Meisler aus Mönchengladbach. Dieser Ehe entstammen drei Töchter. Die älteste Tochter war Meta Ella (1892-1918), die mit dem Reichsbankassistenten Bernhard Johannes Bornemann verheiratet war und im Alter von 26 Jahren verstarb. Die zweite Tochter war Ottilie Ewaldine Betty (1894-1949), die den Chemiker und Apotheker Dr. Wilhelm Karl Pfaffendorf heiratete. Maria Lilly (*1896) war die jüngste Tochter und heiratete den Kaufmann Adolf Eduard Geisse.
1932 heiratete er mit Friederike Luise Sophie Auguste Anna Brune (1863-1935) ein drittes Mal. Seine Ehefrau starb bereits drei Jahre später.
Der Apotheker
Gustav Adolf Stein lebte nach seiner Ausbildung zum Apotheker bis 1887 in Bonn. Zum 1. Dezember 1887 kaufte er von Apotheker Anton Schnütgen die Hofheimer Apotheke, die sich damals in der Hauptstraße, direkt vor der katholischen Pfarrkirche St. Peter und Paul, befand. Der Kaufpreis von 135.000 Reichsmark beinhaltete außerdem eine weitere Apotheke in Flörsheim am Main sowie ein Garten an der Brücke über dem Schwarzbach. Was aus der Apotheke in Flörsheim wurde, ist nicht bekannt. Der Garten war der Grundstock für die spätere Existenz der Apotheke. Stein betrieb die Apotheke in der mittleren Hauptstraße etwas mehr als ein Jahrzehnt.
Neben dem bereits erwähnten Garten am Schwarzbach kaufte Stein im Laufe der Jahre an der heutigen Straße „In der Witz“ einen Acker und 1898 letztendlich von dem Landwirt Nikolaus Messer II. eine Wiese, auf der er sofort mit dem Bau einer Apotheke mit Wohnhaus begann. Noch im gleichen Jahr war der Rohbau fertig und im darauffolgenden Jahr konnte die Apotheke in Betrieb genommen werden.
Bei dem Neubau handelt es sich nicht um einen Fachwerkbau. Die heute noch bestehende Fachwerkfassade ist dem eigentlichen Bau vorgesetzt.
Noch vor dem Zweiten Weltkrieg übergab Stein die Leitung der Apotheke an seinen Schwiegersohn Dr. Wilhelm Karl Pfaffendorf.
Den Namen „
Stein’sche Apotheke“ erhielt die Apotheke erst in den 1950er Jahren, als in Hofheim eine weitere Apotheke eröffnet wurde. Die Apotheke ist Anfang 2026 in der dritten Generation im Besitz der Familie Pfaffendorf.
Weitere Informationen zur "Stein'schen Apotheke" findet ihr
hier.
Der Mensch Adolf Stein
Stein war von 1903 bis 1920 Stadtverordneter der Stadt Hofheim am Taunus, in der Zeit von 1906 bis 1911 war er stellvertretender Stadtverordnetenvorsteher.
Einem Gemälde gleich sitzen hier von links Sanitätsrat Dr. Kaess, Heinrich Wagner von der Papiermühle, Forstmeister Krekel, Herr Grossmann von der Höchster Gipsmühle sowie Apotheker Stein bei der “11-Uhr-Mess”, die Umschreibung für den sonntäglichen Frühschoppen. Dieser diente zu Beginn des 20. Jahrhunderts auch zur Netzwerkpflege.
Stein starb am 24. Mai 1944 im Alter von 87 Jahren in seinem Hause und fand auf dem Hofheimer Waldfriedhof seine letzte Ruhestätte. Die Grabstätte ist heute noch erhalten.
Links: Die "Stein'sche Apotheke" im Jahre 2018 - Foto: Heiko Schmitt
Die Vorfahren von Gustav Adolf Stein gibt es hier zum Downloaden:
Quellen:
- Unterlagen Stein'sche Apotheke
- Geneanet - Genealogische Daten von Thomas Pfaffendorf
- Arcinsys Hessen - Stockbücher der Stadt Hofheim am Taunus
- Adressbücher der Stadt Hofheim am Taunus
Bearbeitung: Historischer Arbeitskreis Hofheim (Reiner Scholz, Wilfried Wohmann)