Hexenwahn und Hexenprozesse in und um Hofheim
Hexenwahn und Hexenprozesse im 16. und 17. Jahrhundert waren auch in Hofheim und seiner Umgebung ein Thema.
Die Hexenverfolgung in Europa ist kein vereinzeltes historisches Ereignis sondern ein komplexes Phänomen innerhalb der Gesellschaft. Sie umfasst einen Zeitraum von mehr als 300 Jahren und beginnt in der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts. Viele tausend Menschen fielen der Hexenjagd zum Opfer. Sowohl gebildete als auch einfache Menschen waren daran beteiligt und davon betroffen. Religiöse, soziale und politische Faktoren sowie die Einstellung des Landesherrn zum Hexenglauben spielten eine Rolle. Allein im katholischen Kurmainz wurden zwischen 1560 und 1630 ungefähr 2.000 Personen der Hexerei angeklagt. Sie wurden nach weltlichen und göttlichem Recht und Gesetz, zu ihrer eigenen Seelenrettung, zum Feuertod verurteilt.
Roswitha Schlecker, frühere Hofheimer Stadtarchivarin und Mitglied des Historischen Arbeitskreises Hofheim, berichtet in einem Vortrag am Beispiel Hofheim und unter Bezugnahme historischer Quellen über den Verlauf einzelner Prozesse. Sie geht der Frage nach, warum in Hofheim zahlreiche Frauen Opfer der Verfolgung wurden und es in der freien Reichsstadt Frankfurt über einen längeren Zeitraum Hexenprozesse gab, aber keine Hinrichtungen und Scheiterhaufen. Wie kam es zu diesen regionalen Unterschieden in der Intensität der Hexenverfolgung auf dem Lande und in der Stadt?
Für diejenigen, die an dem Vortrag nicht teilnehmen konnten, oder einfach zum Nachlesen, haben wir diesen jetzt auch in Textform zur Verfügung, hier geht es zum Download.
Weitere Informationen stehen in einem Beitrag von Roswitha Schlecker, den sie für das Main-Taunus-Jahrbuch 2001 zum Thema "Hexenprozesse im Oberamt Höchst und Hofheim" geschrieben hat, der Text findet ihr hier.
Bearbeitung: Historischer Arbeitskreis Hofheim am Taunus (Wilfried Wohmann)
